JiMs Bar: Jugendarbeit und Suchtprävention im ländlichen Raum

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Auf (Groß-)Veranstaltungen wird immer häufiger beobachtet, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu alkoholischen Getränken greifen. Neben „Druckbetankung“ vor der Veranstaltung hat der Alkoholkonsum während der Veranstaltung einen sehr hohen Stellenwert. Insbesondere bei Stadt-, Gemeinde-oder Schützenfesten sowie sonstigen öffentlichen Veranstaltungen ist der Alkoholkonsum junger Menschen sehr hoch. In Vor- und Nachbereitungsgesprächen mit Veranstaltern, Vertreter/-innen von Ordnungsamt und Polizei sowie des Jugendschutzes ist der Alkoholkonsum junger Menschen bei Veranstaltungen zum Hauptthema geworden.

Neben verstärkten Aufklärungsaktionen, Präsenz von Polizei, Ordnungsamt und Jugendschutz soll JiMs Bar der bisherigen Entwicklung entgegenwirken. Aufgrund der jahrelangen Erfahrungen mit Suchtpräventionsmaßnahmen im klassischen Stil hat der Kreis Pinneberg eine Schweizer Idee aufgegriffen und für die Region weiterentwickelt. Die Abkürzung JiM steht für „Jugendschutz im Mittelpunkt“ und JiMs Bar ist eine mobile und alkoholfreie Cocktailbar, die für Veranstaltungen geliehen werden kann.

Die Grundidee von JiMs Bar ist die Einbeziehung und Beteiligung von Jugendlichen in Präventionsmaßnahmen zur Reduzierung des riskanten Alkoholkonsums (Binch-Drinking, Komasaufen usw.) bei Kindern und Jugendlichen. JiMs Bar ist ein Peer-to-peer Projekt (für junge Menschen – von jungen Menschen) im Rahmen der Suchtprävention und des Jugendschutzes im Kreis Pinneberg. (Vgl. Anlage: JiMs Bar – Konzept) Der Ansatz dieser Suchtprävention arbeitet nicht mit erhobenem Zeigefinger, Ermahnungen o.ä. sondern ist eher Spaß orientiert und wird deshalb von den Jugendlichen gerne angenommen. Auch durch die Unterstützung der Deutschen Barkeeper-Union (Sektion Hamburg / Schleswig-Holstein) und der professionellen Begleitung durch die Systemgastronomie der Kreisberufsschule gewinnt dieses Angebot zusätzlich an Attraktivität.

Bisher wurde das Projekt JiMs Bar bei öffentlichen Veranstaltungen in Städten und größeren Gemeinden im Kreis Pinneberg umgesetzt (z.B. Hafenfest Elmshorn, Apfeltage Uetersen, Tag der Landespolizei in Wedel, Bokeler Strandfest, Kunsthandwerkermarkt Barmstedt, Sommerfest des Kreises Pinneberg, Mitternachtsbasketball in Schenefeld, Rock am Pool in Quickborn usw.).

Projektträger ist der Kreis Pinneberg, der der Arbeitsgemeinschaft „Jugendschutz im Mittelpunkt“ (JiM) angehört. Die Arbeitsgemeinschaft ist Initiator verschiedener präventiver Jugendschutzprojekte und Aktionen zu Jugendschutzthemen wie der alkoholfreien Cocktailbar JiM. Ihr gehören Experten unterschiedlicher Präventionsbereiche (Kriminal-, Sucht-, Gewaltprävention, polizeilichen Prävention) sowie Vertreter des erzieherischen und ordnungsrechtlichen Jugendschutzes und Vertreter aus Vereinen der Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Pinneberg an. Als Projektpartner für die Umsetzung von JiMs Bar konnte der Kreisjugendring Pinneberg gewonnen werden, der gemeinnützig tätig ist.

Mittlerweile wird das Projekt JiMs Bar auch in anderen Kreisen und kreisfreien Städten im Land Schleswig-Holstein umgesetzt. Anders als im städtischen Raum konnte JiMs-Bar im ländlichen Raum bisher kaum etabliert werden, da hier die Jugendarbeit auf andere Organisationsstrukturen beruht, die eigene Netzwerke ausbilden, die nicht mit dem Projekt vertraut sind.

Projektbeschreibung
Um auch im ländlichen Bereich JiMs Bar zu installieren, bedarf es daher einer Anpassung an die individuellen dort vorhandenen Strukturen und Rahmenbedingungen. Die Kinder und Jugendarbeit im ländlichen Bereich beruht überwiegend auf Angebote von Sportvereinen, Kirchen und Feuerwehren. Eine Vernetzung mit den Angeboten des Teams Prävention und Jugendarbeit des Kreises Pinneberg im Bereich Jugendschutz ist kaum ausgeprägt, obwohl Kinder und Jugendliche ebenso wie ihre Altersgefährten in der Stadt gefährdenden Einflüssen (z.B. Alkohol, Gewalt, Computerspiele etc.) ausgesetzt sind.

So hat bspw. Alkohol auf Dorffesten und anderen Events einen sehr hohen Stellenwert. Nicht alkoholische Angebote finden kaum Berücksichtigung und bieten bisher keine attraktive Alternative für die Besucher. Mit der Ausweitung des Projektes auf den ländlichen Bereich sollen auch hier Maßnahmen zum Jugendschutz ergriffen werden. Kinder und Jugendliche sollen zu einem kontrollierten und kritischen Umgang mit Alkohol angeregt werden. Das Projekt fußt dabei auf Aufklärungs- und Bildungsarbeit, die über JiMs Bar praktisch vermittelt werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das Angebot von JiMs Bar im ländlichen Raum verankert werden kann. Das Angebot von JiM.s Bar soll an einem geeignetem Standort auf dem Land konzentriert werden und von dort über einen geeigneten Dienstleister etabliert werden. Folgende Maßnahmen sollen durchgeführt werden:

  • Aufbau eines zentralen „Dienstleistungsangebotes“
  • zentrale Ausleihstelle,
  • Einkauf als Entlastung für die Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendarbeit
  • Beratung über die Einsatzmöglichkeiten der Bars
  • Aufbau und Pflege von persönlich geprägten Kontakten in den jeweiligen Gemeinden
  • Aufbau, Aufrechterhaltung neuer Netzwerke und Einbeziehung bestehender regionaler und gemeinwesenorientierter Netzwerke (z.B. Feuerwehren, Landjugend, Sportverein, Kirche)
  • Sensibilisierung der Bevölkerung für den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol (Vorbildfunktion)
  • JiMs Barkeeperschulungen (Voraussetzung für die Barkeepertätigkeit in JiMs Bar)
  • Integration des Projektes als fester Bestandteil des dörflichen Gemeinwesens z.B. beim Scheunenfest Osterhorn, Hörnerfest Hörnerkirchen usw.

Damit soll dem riskanten Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen auf unterschiedlichen Ebenen entgegengewirkt, das Projekt JiMs Bar in die Kinder- und Jugendarbeit im ländlichen Raum übertragen und neue Kooperationspartner gewonnen werden. Um alle Projektziele umzusetzen und das Projekt JiMs Bar in den ländlichen Raum zu übertragen, ist eine Projektlaufzeit von 2011 bis Ende 2013 vorgesehen.

Projektziele
Lebensqualität & Jugend und Bildung:

Mit dem Projekt wird das Freizeit- und Kulturangebot im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit im ländlichen Raum mit einem attraktiven alkoholfreien Angebot als Alternative zu den alkoholischen Angeboten auf öffentlichen Veranstaltungen verbessert.“. Das Projekt verfolgt das Ziel, die bestehende Feierkultur, in der Alkohol ein wichtiger Bestandteil bei Festivitäten (Dorffeste, Scheunenfeten usw.) ist, bei öffentlichen Veranstaltungen zu verändern (Verhältnisprävention). Damit unterstützt das Projekt die Integrierten Entwicklungsstrategien beider AktivRegionen: Die AktivRegion Holsteiner Auenland verfolgt das Ziel die integrierte Jugendarbeit zu fördern und die AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest sich für die Verbesserung von Bildungs- und Freizeitangeboten ein.

Kooperationen:

Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist neben den bestehenden Projektpartnerschaften der Aufbau von Kooperationen mit Kommunen in den AktivRegionen. Dies beinhaltet die gemeinsame Planung und Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen, die konzeptionelle Einbindung der JiMs Bar als attraktives alkoholfreies Angebot bei öffentlichen Veranstaltungen mit dem Ziel, dem riskanten Alkoholkonsum junger Menschen auf derartigen Veranstaltungen entgegenzuwirken.

Desweiteren soll mit Vereinen und Verbänden in den AktivRegionen kooperiert werden, um den Umgang mit und den Stellenwert von Alkohol in das Bewusstsein aller Akteure in Vereinen und Verbänden zu rücken und bei Vereinsaktivitäten JiMs Bar fest zu installieren.

Schaffung/Sicherung von Arbeitsplätzen:

Die Umsetzung und Betreuung des Projekts ist mit erheblichem personellem Aufwand verbunden, so dass mit dem Projekt mindestens eine neue Vollzeitstelle und mehrere Teilzeitstellen geschaffen werden.

Projektdetails

  • Antragsteller: Kreis Pinneberg
  • Trägerschaft: Öffentlich
  • Projektkosten (Euro): 222.872,01
  • Fördersumme (Euro): 102.453,45 Euro (davon Holsteiner Auenland: 25.613,36 Euro)
  • Zeitraum: 2011-2013

Verteilung der Projekte in der AktivRegion

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