Energieoptimierung der Jugendbildungsstätte Barmstedt

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Mit der beantragten Maßnahme, soll die Jugendbildungsstätte so umgebaut werden, dass sie den veränderten Ansprüchen von Gruppen entspricht. Zudem soll das denkmalgeschützte Gebäude in modellhafter Weise energetisch optimiert werden. Mit der Maßnahme entwickelt sich das Gebäude zu einem energetischen landesweiten Vorzeigeprojekt und die Jugendbildungsstätte kann als Umweltbildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche eine landesweite Modellfunktion übernehmen.

Ausgangslage

KJR_PI_1Der Kreisjugendring (KJR) Pinneberg gilt als Innovationsgeber für die Jugendarbeit in Schleswig-Holstein. Er wurde 1947 als erster Kreisjugendring in Schleswig-Holstein gegründet und feierte im Jahr 2007 sein 60-jähriges Bestehen. Er besteht aus 55 Mitgliedsverbänden, deren Interessen und Rechte er laut Satzung zu vertreten hat. Die Hauptaufgabe des KJR besteht darin, die Zusammenarbeit innerhalb der Jugendarbeit zu fördern und die bestehende Jugendarbeit mit zeitgemäßen und innovativen Impulsen zu beleben. Die Hauptzielgruppe sind dabei die 6 bis 27-jährigen.

Schon in den 80er und 90er Jahren hatte der Aufbau der Jugendbildungsstätte eine landesweit modellhafte Bedeutung und auch mit der konzeptionellen Umsetzung von hauptamtlicher Geschäftsstelle und ehrenamtlicher Beteiligungen, welche in allen Ausschüssen mitwirken, nahm der KJR seinerzeit eine Vorreiterrolle ein. Durch eine breite Partizipation, besonders durch die Einbindung von ehrenamtlichen Helfern, aber auch durch das Schaffen neuer Stellen mit fachlichen Schwerpunkten, die dem gesellschaftlichen Wandel gerecht werden, ist es dem KJR gelungen, über die letzten Jahrzehnte eine institutionelle Einrichtung zu schaffen, in der sich Menschen für andere Menschen einbringen und einen besonderen Beitrag zur Jugendarbeit leisten.

Zu den kreisweiten oder gar überregionalen Angeboten des Kreisjugendrings Pinneberg gehören unter anderem:

  • Ferienpassaktionen mit 1.800 Plätzen und 73 Aktionen
  • Ausbildung der JugendleiterCard
  • Internationales Jugendprogramm (ein weltweit von 60 Nationen nach den gleichen Grundprinzipien praktiziertes Jugendprogramm)
  • Betrieb des Pinneberg Heims „Hejsager“ in Dänemark für Schulklassenprogramme
  • Jugendaktionsprogramm zum Thema Jugendtourismus
  • Initiative Jugendarbeit zur Förderung und Stärkung der ehrenamtlichen Jugendverbandsarbeit
  • Ausbildung zum alkoholfreien Cocktailmixer und Verleih von JiMs Cocktail Bar
  • Tagungsräume inklusive Seminarausrüstung
  • Verleih unter anderem von Kanus, Zelten, Flößen und Kletterausrüstungen

Mit der Einrichtung einer Jugendbildungsstätte in Barmstedt in den 90er Jahren wurden 73 Schlafplätze als Übernachtungsmöglichkeit für Schulklassen oder andere Jugendgruppen geschaffen. Das historische Victor-Andersen-Haus - ein ehemaliges Krankenhausgebäude – beinhaltet die Räumlichkeiten der Jugendbildungsstätte, des Kreisjugendringes und des Internationalen Jugendprogramms und bildet heute das Zentrum der Jugendarbeit im Kreis Pinneberg. 2007 wurde eine komplette Dachsanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes vorgenommen. Das angrenzende 6.500 m² große Gelände bietet Spiel- und Sportflächen, einen Hochseil-Klettergarten, eine Kletterwand an der Außenwand des Gebäudes sowie Grill- und überdachte Aufenthaltsflächen.

Die jährlich herausgegebene Fortbildungsbroschüre beinhaltet zurzeit 16 Aus- und Fortbildungsangebote an denen etwa 253 Jugendliche das ganze Jahr über teilnehmen. Die Besucherstatistik wies 2007 die folgenden Nutzerzahlen auf: 7.614 Übernachtungen und 13.030 Nutzer von Räumen und dem umliegenden Gelände für Programme.

Hauptamtlich werden beim Kreisjugendring Pinneberg 2 Vollzeit- und 8 Teilzeitkräfte beschäftigt. Darüber hinaus werden für die einzelnen Projektumsetzungen etwa 110 Honorarkräfte aus der Region eingesetzt. Dazu kommen jährlich 3 Stellen für Zivildienstleistende. Der ehrenamtliche Anteil umfasst ca. 10.200 Stunden pro Jahr.

KJR_PI_2Im Dezember 2007 wurde in der Jugendbildungsstätte eine für zwei Jahre vom Land Schleswig-Holstein getragene Modellprojektstelle zum Thema „Jugendtourismus und Jugendaktionshaus“ eingerichtet. Die Aufgabe der Personalstelle in diesem Modellprojekt ist es, Aktivangebote für junge Leute, besonders Schulklassen und Jugendorganisationen, zu entwickeln, zu planen und auch durchzuführen. In diesem Rahmen sollen die Aktivprogramme dazu beitragen, jungen Menschen zeitnahe Themen, wie zum Beispiel Klima- und Umweltschutz nahezubringen und in ihrem Bewusstsein zu verankern. Die Stelle ist eine Praxiserprobungsstelle für die Etablierung des Segments Jugendtourismus in Schleswig-Holstein – hat also einen schleswig-holsteinweiten Ansatz -, zu welchem es bisher keine organisierte Struktur gibt. Dazu werden neue Angebote geschaffen, die die aktuelle Jugendverbandsarbeit mit außerschulischer Bildungsarbeit und Jugendtourismus verknüpfen. Hierbei stehen zeitnahe Themen, wie Teambildungsworkshops und Umweltbildungsangebote im Vordergrund. Zu den Beispielen, für die durch das Modellprojekt bereits erarbeiteten Angebote, zählt das von der Jugendbildungsstätte angebotene Modul „Kleine Klimaschützer“, bei dem Kinder aus dem Elementarbereich spielerisch lernen, was Klimaschutz im täglichen Leben bedeutet. Hierzu steht ein Energieerlebnisfahrrad des Nabu zur Verfügung, anhand dem die Kinder erleben, wie viel Energie man aufbringen muss um eine Lampe zum Leuchten zu bringen. Weitere Aktivitäten sind Floßbauseminare und GPS-Navigationsaufgaben zum Thema Teambildung. Die Angebotspalette soll weiter entwickelt werden, besonders für den Bereich Umweltbildung für welchen gute Verknüpfungspotentiale mit dem Jugendtourismus gesehen werden.

Die angeschobenen Programme werden auf Landesebene in der AG Jugendtourismus, organisiert vom Landesjugendring, mit anderen Jugendbildungsstätten ausgetauscht und von diesen zum Teil übernommen.

Ziel ist es analog zum erfolgreichen Modul „Kleine Klimaschützer“ auch Umweltbildungsmodule für andere Altersgruppen (beispielsweise für die Sekundarstufe I und II) zu entwickeln.

Der KJR, gefördert vom Kreis Pinneberg, unterstützt weiterhin die UN-Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Bereich Klimaschutzideen. Die internationale Initiative will dazu beitragen, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. Der Kreisjugendring bietet dazu für Kindergärten im Kreis Pinneberg Tagesausflüge mit erlebnispädagogischen Klimaschutzangeboten an.

Das „Haus der kleinen Forscher“ ist eine bundesweite Initiative, welche spielerisch die Begeisterung von drei- bis sechsjährigen Kindern an naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen fördern soll. Das KJR bietet zu dieser Initiative Schulungen für die 150 Erzieherinnen in Kindertagesstätten im Kreisgebiet an und baut derzeit ein  überregionales Netzwerk dafür auf.

Projektziele

1. Modellhafte energetische Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes der Jugendbildungsstätte.

Ziele:

- Reduzierung des Co²-Ausstoßes um jährlich bis zu 6 Tonnen.

- Halbierung der jährlichen Heizkosten (Erdgas). Die Investitionen amortisieren sich innerhalb von 12 Jahren (Vgl. Trendszenarien der Amortisationsrechnung). Die ersparten Kosten kommen der Einrichtung zu Gute und sichern damit den nachhaltigen Betrieb der Einrichtung.

2. Etablierung der landesweiten Modellprojektstelle Jugendtourismus und Entwicklung von weiteren erlebnisorientierten Angeboten in den Bereichen Klimaschutz und Naturwissenschaft.

Ziele:

- Sicherung der Modellstelle durch die Schwerpunktentwicklung „erlebnisorientierte Angebote in den Bereichen Klimaschutz und Naturwissenschaft“.

- jährlich 500 Kinder und Jugendliche, die zukünftig an den erlebnisorientierten Angeboten in den Bereichen Klimaschutz und Naturwissenschaft teilnehmen.

- Schulung von 150 Erziehern/innen aus Kindertageseinrichtungen zu  Multiplikatoren/innen in den kommenden Jahren.

3. Steigerung der Übernachtungszahlen in der Jugendbildungsstätte

Ziele: Die Übernachtungszahlen sollen innerhalb von 3 Jahren nach Projektrealisierung um 25% gesteigert werden (von 7.600 Übernachtungen auf 10.000 Übernachtungen). Diese Steigerung soll vor allem durch eine Anpassung der Räumlichkeiten an heutige Seminarformen und Übernachtungsansprüche erreicht werden.

4. Schaffung von barrierefreien Seminar- und Übernachtungsangeboten.

Projektbeschreibung

KJR_PI_3Die Maßnahme ist auf drei Jahre angelegt und beinhaltet die Umsetzung eines energetischen Gesamtsanierungskonzeptes für das Gebäude der Jugendbildungsstätte. Durch die Maßnahme werden eine Verbesserung der Bausubstanz, eine energetische Verbesserung und eine Nutzungsoptimierung angestrebt. Des Weiteren soll das Gebäude durch die energetischen Verbesserungen als Modell in den umweltpädagogisch aufgearbeiteten Programmen fungieren, um Jugendgruppen die Wichtigkeit von einzelnen Energiesparmaßnahmen vor Augen zu führen.

Durch die geplante Baumaßnahme werden die Räumlichkeiten der Jugendbildungsstätte den neuen Nutzeransprüchen angepasst. Dazu gehört u.a. die Anpassung der Unterkunftsräume im Dachgeschoss und deren Ausstattung mit Duschen. Auf die Sammelduschen mit einem besonders hohen Wasserverbrauch wird dann verzichtet. Der neue Eingang zum Plenum (Gruppenraum) wird barrierefrei gestaltet.

Zudem wird ein Aufzug zu den Wohnräumen in den Obergeschossen so ausgebaut, dass diese Etagen barrierefrei zu erreichen sind.

Die Maßnahme ist so konzipiert, dass es zum einen eine sog. „notwendige Variante“ gibt. Diese umfasst den Mindestumfang einer wirtschaftlich sinnvollen Sanierung. Sie ist je nach Höhe der verfügbaren Mittel (z.B. aus Förderung) in wiederum baufachlich sinnvollen Abschnitten weiter ausbaufähig und energetisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll weiter zu optimieren („optimierte Lösung“).

Zur notwendigen Variante gehören unter anderem die Sanierung (Trockenlegung) der Kellerwände, die Kerndämmung des Aussenmauerwerks, die Fenstersanierung, die Dämmung des Dachgeschosses, die Erneuerung der Heizungsanlage mit Gasbrennwert- (GBW)-Kessel und Steuerung, die Teilsanierung der Elektrotechnik, die Sanierung der Aufzugsanlage (dient dem behindertengerechten Zugang), die Sanierung des Plenums und verbesserte Außenanlagen. Letztere ermöglichen eine gemeinsame Nutzung von Plenum und davor liegender Terrasse / großzügigem Außengelände für Veranstaltungen.

Die optimierte Lösung beinhaltet zusätzlich den Einbau einer zusätzlichen Außenwand-Innendämmung, den Austausch aller Heizkörper, den Einbau eines Block-Heiz-Kraftwerkes, den Einbau von Be- und Entlüftungsanlagen sowie die Erneuerung aller Wand-, Decken- und Bodenbeläge.

Projektdetails

  • Antragsteller: Kreisverwaltung Pinneberg
  • Trägerschaft: Öffentlich
  • Projektkosten (Euro): 2.431.081,23
  • Fördersumme (Euro): 600.000,00
  • Zeitraum: 01.04.2009 bis 31.12.2011

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